Konzerte 2019

Happy Birthday Stringendo! – mit Weltstar Mischa Maisky

Stringendo feiert in diesen Tagen einen runden Geburtstag. 20 Jahre jung, und doch ist so Vieles passiert: aus der kleinen Pioniergruppe von 1999 ist ein ausgewachsenes Unternehmen geworden, das von vielen freiwilligen Helfern und ihrer Begeisterung für die Idee getragen wird, ebenso wie vom Förderverein und der beheimateten Schule Musikschule Konservatorium Zürich, die heute für den Grossanlass die Türen ihres wunderbaren Grossen Saals öffnet. David Bruchez dirigiert ein grosses «überzeitliches» Stringendo aus bereits professionellen Alumni und aktuellen MitspielerInnen in Mozarts Salzburger Divertimento, Bachs 3 Geigen-Konzert und in Griegs Holberg Suite, einem der grossen Streichorchesterwerke der Spätromantik. Als Gäste begrüsst das Ensemble Christoph Streuli (von den Berliner Philharmonikern), die beiden langjährigen Freunde André Desponds und Karel Boeschoten sowie den Weltstar Mischa Maisky.   Mit Stringendo 2.0, Mischa Maisky, André Desponds, Karel Boeschoten, Jens Lohmann/Violine, Leitung, David Bruchez/Dirigent. Soli: Jens Lohmann, Annouk Brönnimann, Julia Schuller, Erika Schutter.   Programm Wolfgang Amadeus Mozart: Divertimento in D-Dur KV 136, Allegro – Andante – Presto Cinema paradiso… mit André Desponds Johann Sebastian Bach: Konzert für 3 Violinen in D-Dur BWV 1064R, Allegro Zigeunergeige(n):  Repül a szán, Czardas in a-Moll, mit Karel Boeschoten Edvard Grieg: Aus Holbergs Zeit, Suite für Streichorchester, op. 40, Prelude – Sarabande – Gavotte – Air – Rigaudon Peter Tschaikovsky: Nocturne opus 19/4, Solist: Mischa Maisky Max Bruch: Kol Nidrei opus 47

Reto Bieris Herbst-Masterclass – Inspirierende Begegnung des Klarinettisten mit zwei jungen Ensembles

Er könnte (nur) seine internationale Karriere verfolgen, als Klarinetten-Solist mit berühmten Orchestern unter berühmten Dirigenten auftreten. (Aber:) Seine Passion ist die Kammermusik. Ein ungewöhnlicher Künstler, literarischpoetisch orientiert, enorm feinsinnig und offen, der seit 2013 als Intendant des Davos Festivals Grossartiges leistete. Bieri im Herbst mit Young Artists in Concert erleben zu dürfen, wird für alle(!) ein inspirierendes Begegnungs-Erlebnis sein. Mit Reto Bieri/Klarinette, Coach, Opus 12, Trio Rafale.   Programm Ludwig v. Beethoven (1770–1827): Streichquartett in F-Dur op. 18/1 – Allegro con brio | Adagio affettuoso ed appassionato W. A. Mozart (1756–1791): Klarinettenquintett A-Dur, KV 581– Menuetto – Trio I -/Trio II | Allegretto con variazioni Ludwig v. Beethoven (1770–1827): Klaviertrio op. 121a – Variationen über «Ich bin der Schneider Kakadu» Johannes Brahms (1833–1897): Klarinettentrio in a-moll op. 114 – Allegro Johannes Brahms (1833–1897): Sextett in B-Dur op. 18 – Scherzo. Allegro molto

Wettsteins Herbst-Notturno

«…weit in den Klang der Nacht hinein…» heisst das Werk, dessen Uraufführung Peter Wettstein zur Feier seines Geburtstags am heutigen Abend den anwesenden Gästen schenkt. «Die Kombination von Vokal- und Instrumentalsolisten und einem häufig in Einzelstimmen aufgefächerten, kleinen Streichorchester bietet eine attraktive Klangpalette. Mit dieser habe ich eine Nachtmusik komponiert, in der die Texte von Rilke in einer neuen Dimension aufleuchten.» Mit Keiko Enomoto/Sopran, Muriel Schwarz/Sopran, Ingrid Alexandre/Mezzosopran, Bettina Boller/Violine, Pi-Chin Chien/Violoncello, Martin Wettstein/Klavier, Peter Siegwart/Leitung, Stringendo (Leitung: Jens Lohmann). Programm Begrüssung – Erich Zumstein, Direktor MKZ Beau soir … Claude Debussy (1862–1918) Beau soir (ca. 1877/78) – Text: Paul Bourget | für Stimme und Klavier Le son du cor s`afflige (1891) – Text: Paul Verlaine De réve (1892/93) – Text: Claude Debussy | für Stimme und Klavier   Alban Berg (1885–1935) Aus: Sieben frühe Lieder (1905–1908) Nacht (Nr. 1) – Text: Carl Hauptmann Die Nachtigall (Nr. 3) – Text: Theodor Storm Traumgekrönt (Nr. 4) – Text: Rainer Maria Rilke | für Stimme und Klavier   Dmitri Schostakowitsch (1906–1975) Aus: Sieben Gedichte nach Alexander Blok (1967) – für Stimme, Violine, Violoncello und Klavier Geheimnisvolle Zeichen (Nr. 6) Musik (Nr. 7) Weit in den Klang der Nacht hinein Peter Wettstein (*1939) … weit in den Klang der Nacht hinein (2018/19) Uraufführung nach zwei Gedichten von Rainer Maria Rilke – für drei Frauenstimmen, Violine solo, Violoncello solo und kleines Streichorchester Kommentar – Peter Wettstein … weit in den Klang der Nacht hinein (Wiederholung) Laudatio – Daniel Fueter Sommernacht Othmar Schoeck (1886–1957) Sommernacht, op. 58 (1945) Pastorales Intermezzo für Streichorchester nach einem Gedicht von Gottfried Keller

Family Affairs im Herbst- Kammermusikalische Geschwisterpaare von Demenga, Tschopp, Studer bis zum Trio TototoTh

Die Musikgeschichte liest sich oft wie Familiengeschichte(n) von Künstler-Dynastien: Bach Vater und Söhne oder Leopold und W. A. Mozart sind leuchtende Beispiele. Jüngere und jüngste Exempel reichen bis in die Gegenwart: Erich und Carlos Kleiber, David und Igor Oistrach, Neeme und Paavo Järvi. Erleben Sie spannende Sister Acts und Family Affairs mit Thomas und Patrick Demenga, Patrick und Sumina Studer, The Hebbe Sisters, den Geschwistern Toth sowie anderen Familienbanden. Mit Thomas und Patrick Demenga, Sumina und Patrick Studer/Violine, Klavier, Mirjam und Sibylle Tschopp/Violine, The Hebbe Sisters (Maria, Emelie und Josefine), Trio ToToToth (Anouk, Manoush, Anatol Toth) Programm Franz Schubert (1797–1828): Sonatensatz B-Dur Astor Piazzolla (1921–1992): Oblivion (Arr.: Bragato & Toth) Camille Saint-Saëns (1835–1921): Klaviertrio op. 18/1 – Allegro vivace Hebbe Sisters und Duo Sentire: Stücke nach Ansage Camille Saint Saëns: Introduction und Rondo capriccioso op. 28 Ludwig v. Beethoven (1770–1827): Duett «mit zwei obligaten Augengläsern» in Es-Dur für Viola und Violoncello – Allegro | Minuetto. Allegretto Maurice Ravel (1875–1937): Sonate für Violine und Violoncello (1920/22) – «A la mémoire de Claude Debussy», Allegro | Très vif G. F. Händel/ J. Halvorsen: Passacaglia für Violine und Violoncello Niccolò Paganini (1782–1840): Moses-Variationen für 2 Celli (Arr.: Thomas Demenga) Franz Schubert (1797–1827): Streichquintett in C-Dur, D 956 – Allegro ma non troppo

Swiss Folk im Herbst- Jodel mal schräg, rockig, modern mit dem Duo Räss-Flückiger

«Man sagt mir, dass ich gesungen habe bevor ich überhaupt gesprochen habe.» Nadja Räss ist eine der innovativsten Jodlerinnen der Schweiz. Tief in den Überlieferungen dieses alpenländischen Kulturerbes verwurzelt, lotet sie gleichzeitig Experimente aus: Jodel modern, schräg, rockig. Ihre Parabel für Kontinuität und Wandel: «Ein Baum, der tiefe Wurzeln hat, kann auch viele Früchte tragen.» Im Duo mit Markus Flückiger macht sie seit Jahren reiche, kreative Ernte. Mit Duo Flückiger-Räss (Markus Flückiger, Nadja Räss), Stringendo14, Marvin Näpflin/Schwyzerörgeli   Programm Duo Flückiger-Räss Markus Flückiger *1969: Schiibestand Markus Flückiger/ Meinrad Lienert: Marannlis Hochsigbett Markus Flückiger: Fläderläckle Nadja Räss *1979 / Meinrad Lienert: Inukerli Markus Flückiger: Nadeschka Stringendo Béla Bartók (1881–1945): Rumänische Volkstänze (Ausschnitte) Hanny Christen (1899–1976): Drei-Mäderlhaus (Arr./Komp: Jens Lohmann) Joseph Haydn (1732–1809): Zigeunertrio G-Dur (Arr.: Jens Lohmann) – Rondo all‘Ongarese. Presto Jo Knümann (1895–1952): Rumänisch Johannes Brahms (1833–1897): Ungarischer Tanz Nr. 5 Stringendo & Nadja Räss Markus Flückiger: Morgeröti (Orchestriert: Daniel Häusler) Traditionell: Toggenburger Ländlerjödeli (Arr.: Nadja Räss/Orch.: Stéphane Fromageot) Traditionell: Oberbärgler- Stümpeli-Schorieder (Arr.: Daniel Häusler) Markus Flückiger: Rässe Chääs (Orch.: Fabian Müller) Stringendo & Duo Flückiger-Räss Nadja Räss: Rässerrugg (Arr.: Markus Flückiger)

Ungarischer Herbst

Im Selbstverständnis Ungarns spielt Musik, genauer: seine ihm eigene, temperamentvolle Volksmusik seit jeher eine zentrale Rolle. Als es sich in den 1860er Jahren aus der habsburgischen «Umarmung» zu befreien sucht, werden der ungarische Tanz, Zymbal und Czárdás zu nationalen Emblemen. Im nahen Böhmen komponieren Smetana und Dvořak böhmisch-patriotisch, und zwischen Donau und Moldau wächst ein mitreissender Klang, der uns bis heute weltweit begeistert. Mit Ungarischer Herbst (Sascha Neustroev/Cello, Yi-Chen Li/Viola, Florian Walser/Klarinette, Kamil Losiewicz/Kontrabass, Olga Mishula, Cymbaly), Stringendo4Kids, Schweizer Oktett (Jens Lohmann, Paul Scharf/Violine, Michel Willi/Viola, Jonas Iten/Cello, Gallus Burkard/Kontrabass, Maria Wildhaber/Fagott, Mischa Greull/Horn), Barbara Willi/Hackbrett   Programm Johannes Brahms (1833–1897): Ungarische Tänze (Arr.: Florian Walser) Franz Liszt (1811–1886): Ungarische Rhapsodie Nr. 2 in cis-moll, arrangiert für Cymbalom und Streichorchester Antonín Dvořák (1841–1904): Slawische Tänze 1, 2 und 10 (Arr.: Florian Walser) Bedřich Smetana (1824–1884): Tänze aus Böhmen (Arr.: Paul Scharf) – Polka aus «Die Verkaufte Braut», «Tanz der Komödianten»

MauriceS Barock-Gezwitscher – Der „Paganini“ der Blockflöte

Was wird er uns an dieser, den Herbst eröffnenden Gala zwitschern, der «Paganini der Blockflöte»? Eines ist gewiss, seine magischen Tweets verfehlen nie ihr Publikum: atemberaubende Koloraturen, herausgeschleuderte Spitzennoten, ein Honigströmen gleiches Cantabile und seine bedingungslose Hingabe an die Musik lassen niemanden unberührt. Maurice Steger wird begleitet vom Orchester Stringendo und präsentiert junge Kollegen seines Fachs. Mit Maurice Steger/Blockflöte, Julia Weber/Gesang, Tobias Andermatt/Blockflöte, Helga Váradi/Cembalo, David Plantier/Projektleitung/-beratung.   Programm Arcangelo Corelli (1653–1713): Concerto grosso in D-Dur op. 6/4Adagio – Allegro | Adagio | Vivace | Allegro Francesco Geminiani (1687–1762): Concerto in A-Dur für Blockflöte & Orchester nach der Sonate op. 5 Nr. 11 von Arcangelo Corelli, mit Verzierungen von Pietro Castrucci & Matthew Dubourg – Preludio | Adagio | Allegro | Adagio | Vivace | Gavotta. Allegro Antonio Vivaldi (1678–1741): Concerto grosso in d-moll RV565 – Allegro | Largo e spiccato | Allegro Wolfgang A. Mozart (1756–1791): Konzertrondo KV 382 in D-Dur für Cembalo und Streicher Johann Sebastian Bach (1685–1750): Brandenburgisches Konzert Nr. 4 in G-Dur BWV 1049 – Allegro | Andante | Presto Georg Friedrich Händel (1685–1759): Sopran-Arien – "V’adoro pupille" aus Giulio Cesare | "Tornami a vagheggiar" (aus Alcina) William Babell (1690–1723): Concerto No. 1 in D-Dur für sixth flute, Violinen & b.c. – Allegro | Adagio | Allegro

Konzerte 2018

Howard Griffiths’ Herbst-Gala

… oder: Grosser Schlussanlass der Konzertwoche. Unter der Leitung des bekannten englischen Dirigenten Howard Griffiths spielt das junge Festival-Orchester Stringendo Edward Elgars Introduction and Allegro und Béla Bartóks Divertimento. In Mozarts A-Dur-Violinkonzert brilliert als Solistin Veriko Tchumburidze. Die junge georgisch-türkische Geigerin gewann 2016 die Wieniawski Violin-Competition und somit einen der wichtigsten Wettbewerbe unserer Zeit. Mit dem Quatuor Sine Nomine (Gyula Stuller, François Gottraux, Hans Egidi und Marc Jaermann), dem Festivalorchester Stringendo und Veriko Tchumburidze/Solo-Violine. Programm Edward Elgar (1857–1934): Introduction and Allegro op. 47 Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791): Violinkonzert in A-Dur KV 219 (Allegro aperto / Adagio / Rondeau) Béla Bartók (1881–1945): Divertimento (Allegro non troppo / Molto adagio / Allegro assai)

Sine Nomine im Herbst

… oder: öffentliches Werkstatt-Konzert. Der Herbst lässt sich an diesem Nachmittag für einmal hinter die Kulissen schauen. Während der Konzertwoche 2018 arbeiten die Mitglieder des Quatuor Sine Nomine zusammen mit dem musikalischen Nachwuchs des Konservatoriums MKZ. Die Akademie mit den Meistern aus der französischen Schweiz stellt sich in einer finalen Auswahl vor: ein spannender Masterclass-Review mit den jüngsten KünstlerInnen des diesjährigen Herbstes. Mit dem Quatuor Sine Nomine, Gyula Stuller/Violine und jungen Musikern vom MKZ. Programm Die Masterclass findet mit einem Programm nach Ansage in diesem Konzert zugleich ihren Höhepunkt und Abschluss. Erwartet werden dürfen u.a. Streichquartette von Schubert, Borodin und Mendelssohn.

Impressionistischer Herbst

… oder: Sous le ciel de Paris. Unter dem Eiffelturm war vor gut 100 Jahren die Kunst der Welt daheim, Picasso malte in seinem Atelier am Montmartre, Rodin arbeitete in der Rue de Varenne und Debussy und Ravel gaben der unvergesslichen Epoche einen Klang, den Schweizer Oktett und junge Künstler heute wiedergeben. Im zweiten Teil erklingt ein Werk, das zu den wichtigsten des 20sten Jahrhunderts zählt: Messiaens Quatuor pour la fin du temps. Mit dem Schweizer Oktett, Solme Hong/Cello, Moritz Roelcke/ Klarinette, Ketevan Sepashvili/Klavier, Romy Unseld/Klavier, Solvejg Wilding/ Violine. Arrangements: Paul Scharf. Programm Claude Debussy (1862–1918): Petite Suite (En Bateau. Andantino /  Cortège. Moderato / Menuet. Moderato / Ballet. Allegro giusto) Maurice Ravel (1875–1937): Pavane pour une infante défunte (UA), Klaviertrio in a-moll (1914) (Modéré / Pantoum. Assez vif / Passacaille. Très large  / Final. Animé) Olivier Messiaen (1908–1992): Quatuor pour la fin du temps (Liturgie de cristal / Vocalise, pour l’Ange qui annonce la fin du temps / Abîme des oiseaux – Intermède / Louange à l’éternité de Jésus / Danse de la fureur, pour les 7 trompettes / Fouillis d’arcs-en-ciel, pour l’ange qui annonce la fin du temps / Louange à l’immortalité de Jésus)

Zürcher Sängerknaben meet Klezmer

… oder: CH-Exportschlager im Herbst. Es ist schon so, dass Zürich als kleine Weltstadt KünstlerInnen von überallher anzieht und auf seinen Bühnen präsentiert. Gleichermassen gilt indes auch, dass in Zürich ansässige Ensembles höchst attraktiv sind für ausländische Veranstalter. Zwei dieser international beliebten Formationen – Zürcher Sängerknaben und Cheibe Balagan – gestalten diesen Abend: Vokal- trifft Instrumentalmusik, Klezmer kontrastiert Schubert. Mit den Zürcher Sängerknaben und dem Klezmer-Ensemble Cheibe Balagan Programm Die Zürcher Sängerknaben stellen sich aus ihrem schier grenzenlosen Fundus u.a. vor mit… J. S. Bachs «Wir eilen mit schwachen, doch emsigen Schritten» (Duett aus der Kantate Nr. 78), «Anima nostra» von M. Haydn, den beiden Terzetten «Drei Knaben» aus Mozarts Oper «Die Zauberflöte», Johann Strauss’ «Frühlingsstimmen Walzer» und fünf Chören aus Haydns Oratorium «Die Schöpfung». Cheibe Balagan erzählt in einem bunt gemischten Programm von brennender Liebe, Poeten mit Schreibblockaden, einsamen und geselligen Trinkern und anderen weinenden oder lachenden Lebenslagen. Erwarten darf das Publikum einerseits Klassiker der Klezmermusik von Itzik Manger oder Samuel Steinberg, andererseits Eigenkompositionen von Cheibe Balagan, die Tradition und neue Einflüsse verknüpfen. Abgerundet wird das Programm von virtuosen instrumentalen Stücken, die die Eigenheiten der Klezmermusik auf verschiedene Arten zum Ausdruck bringen.

Begegnungen: Heute & Morgen

… oder: Kammermusik allgemeinverständlich. Sechs MusikerInnen, zwei Generationen,– ein Konzert nahe am Puls des Festivals und nahe beim Publikum: das Merel-Quartett lädt den jungen Pianisten Dominic Chamot und den ganz jungen Cellisten Moritz Huemer zu einem unterhaltenden Rendezvous, bei dem alle mit allen in allen erdenklichen Zusammenstellungen spielen. Die Merel’s plus zwei Jung-Stars, das ergibt in der Summe (neudeutsch): Chamber music, You’ll love it. Mit  dem Merel-Quartett (Edouard Mätzener, Mary Ellen Woodside, Rafael Rosenfeld, Alessandro D`Amico) , Dominic Chamot, Klavier und Moritz Huemer, Cello Programm Josef Haydn (1732–1809): Streichquartett in D-Dur op. 20 Nr. 4 (Allegro di molto  / Un poco adagio affettuoso / Allegretto alla zingarese / Presto scherzando) Franz Schubert (1797–1827): «Arpeggione»-Sonate in a-moll D 821 (Allegro moderato) Béla Bartók (1881–1945): «Im Freien» (1926) («The Night’s Music» – Lento – (Un poco) più andante / «The Chase» – Presto) Frank Martin (1890–1974): Pavane Couleur du Temps (1920) Niccolò Paganini (1782–1840): Moses Variationen, arrangiert fur 2 Celli von Thomas Demenga Antonín Dvorˇák (1841–1904): Klavierquintett in A-Dur op. 81 (Allegro, ma non troppo)

Konzerte 2017

Roby Lakatos im Gypsy-Herbst

Die Annonce dieses Konzertes lässt sich reduzieren auf den einen, aussagekräftigen Satz: Der berühmteste Zigeuner-Geiger der Welt kommt nach Zürich. (Sie sollten also baldmöglichst Tickets fürs diesjährige Herbst-Finale buchen.) Seit Yehudi Menuhin in einem Brüsseler Restaurant auf den Virtuosen aufmerksam wurde, begann eine kometenhafte Laufbahn durch alle grossen Konzertsäle. Lakatos, der einer ungarischen Musiker-Dynastie entstammt, tritt weltweit als «Genius of the Violin» mit anderen Koryphäen wie Vengerov oder Argerich, Vadim Repin und Stéphane Grappelli auf. Dabei ist Lakatos nicht nur ein mitreissender Geiger, sondern auch ein Musiker von aussergewöhnlicher Vielseitigkeit, der sich schwer einordnen lässt, spielt er doch klassische Musik und Jazz ebenso leidenschaftlich wie die eigene Ungarische Volksmusik. Seine Auftritte gleichen einer musikalischen Elementargewalt, seine Stärke als Interpret wird arrondiert von seinen Aktivitäten als Improvisator und Komponist. Ihm begegnet – als illustrer Gast – der gerade 30jährige Schweizer Geiger Sebastian Bohren. Dieser präsentiert sich im A-Dur-Rondo von Franz Schubert mit einem Ausschnitt aus seiner neuen, von der internationalen Presse hochgelobten CD.– Gypsy-Jazz meets Klassik, und das schon arrivierte «Heute» das «Morgen» der Musikwelt: Die beiden Geiger werden vom jungen Festival-Orchester Stringendo begleitet, einer Gruppe hochbegabter Nachwuchstalente, der Sebastian Bohren (vor nicht allzu langer Zeit) selber als enthusiastisches Mitglied angehörte. Also auch unter diesem Gesichtspunkt ein besonderer Abend: Erleben Sie, wo wunderbar verlaufende Entwicklungen ihre Anfänge nehmen, welch motivierende Perspektiven sich den heute (noch) Jungen bei einem solchen Rendezvous auftun. Zugleich wirkungsvollste Förderung der kommenden Generation und begeisterndes Begegnungs-Erlebnis fürs Publikum,– das Festival 2017 klingt in diesem Sinn aus mit einem Herbst-«typischen» Höhepunkt. Roby Lakatos spielt mit seinem Trio Gypsy-Jazz und traditionelle Zigeunerweisen nach Ansage, Sebastian Bohren Franz Schuberts Rondo in A-Dur D 438. Sie werden begleitet vom jungen Stringendo Festival-Orchester.

Linard Bardill im Herbst

«Mamma, Papa, oh i wett hüt am liebschte nid ins Bett, will i möcht die ganzi Nacht luege, was der Mond so macht.» Der Bündner «Liederer», Geschichtenerzähler, Autor und Musiker sorgt schweizweit dafür, dass Kinder nie müde werden. In seinen Versen lernen sie, sich poetisch erfolgreich gegen elterliche Erziehungsanstalten durchzusetzen. An Bardills Anfängen steht der Alltag der typischen Kleinkunst-Karriere: Abend fürAbend in einem anderen Club seine Haut teuer verkaufen mit spontanem Witz und gewinnendem Charme. Als Honorar: das Z‘Nacht und (wo möglich) es Batzeli. Spät wird‘s an der Bar, dann die Gitarre und alles «Wesentliche» einladen, nach Hause (was als Mittelpunkt bei all den Ortswechseln zeitweise an Gravitation einbüsst) – und am nächsten Abend wieder auf die Pirsch: da capo.– Das ist über 30 Jahre her, solange ist Linard Bardill on the road, oder «sün viadi», wie er auf Romanisch sagt. Die Karriere entwickelte sich schnell, sehr schnell. Ende der 80er-Jahre erhält er die wichtigsten internationalen Preise im deutschsprachigen Raum, um in den 90ern «sein» Thema zu entwickeln: Kindern seine Musik nahezubringen, immer kombiniert mit seinen Geschichten. Seither lacht die jüngste Generation hierzulande über Neues vom Doppelhas, freut sich an «Beltrametti schlürft Spaghetti», an Herrn Jöhri, dem Galöri und lässt sich von Frau Petrell ins Blaue Wunderland entführen. Mit seinen humorvollen Liedern – in die zuweilen auch eine kleine Träne Melancholie fällt – lernen Kinder zwischen 0 und 100 Jahren erst gehen, dann singen und tanzen.– Heute macht er Kleinkunst für viele: längst haben die grossen, grössten Veranstalter ihn für sich gewonnen, ist er u.a. beim Zürcher Tonhalle-Orchester für die Familienprogramme mitverantwortlich. Linard Bardill als Hans im Glück mit der kongenial eingerichteten Musik von Domenic Janett,– ein Glücksfall für alle, die an diesem Nachmittag dabei sein können. Mit Linard Bardill, dem Santé String Quartett (Mateusz Szczepkowski, Sophia de Jong,  Matthijs Bunschoten, Albert Hartkamp) und Leo Bachmann, Schülerinnen der Konservatorien Winterthur und Schaffhausen sowie Kinder des Zürcher Kindergartens Freiestrasse unter der Leitung von Ursina Spescha und Genviève de Fries. Tänze und Arrangements: Domenic Janett

Late-Jazz-Night

Friday Night und die schwedische Zürcherin Marianne Racine jazzt am Grossmünster,– wie so oft nicht nur singend, sondern auch am Klavier. Mit dabei: zwei «Groover vom Feinsten» (wie MR über ihre Kollegen schwärmt), der Bassist Bänz Oester und Pius Baschnagel am Schlagzeug, und – weit herum bekannt als lyrischer, sensibler Trompeter – der Vierte im Bunde, Daniel Baschnagel. Gespielt wird Straight-Ahead Vocal Jazz mit Standards wie «My Favourite Things» (Rodgers & Hammerstein), «Hong Kong Blues»(Hoagy Carmichael), «Blues In The Night (Harold Arlen), mit schwedischen Songs und einigen «Racine Originals». Sie kündigt an, alles sei «frisch arrangiert und neu möbliert,– Sångbook eben!» Mit Humor und überschäumender Spielfreude zeichnet das Marianne Racine Quartet Swing, Groove und solistische Höhenflüge in den Nachthimmel. Dabei führt die «Chefin» als Entertainerin durchs Programm, macht Ankündigungen, erzählt unterhaltende Stories rund um die Songs. Marianne Racine zählt heute zu den wichtigsten Stimmen im Schweizer Jazz. Für ihr künstlerisches und pädagogisches Wirken hat sie kürzlich die hochdotierte Auszeichnung der Stadt Zürich für kulturelle Verdienste erhalten.– Was hebt sie vom Mainstream ab? Sicher die besondere, äusserst verfeinerte Kunst, schwedische Volkslieder in ihren Jazz zu integrieren, gleichsam zu «übersetzen»; dann ihre Offenheit: die Jazzvokalistin kennt keine Berührungsängste, Genre-Grenzen verlieren in ihrer Musik jegliche Relevanz; schliesslich ihr schauspielerisches Talent, in den Lyrics Geschichten zu erzählen, authentisch in Rollen zu schlüpfen. Als Special Guest wird die junge Sängerin Lea Fries zur Jam-Session erwartet. Kommt es vielleicht sogar zu einer Art «Duell›»? Was die beiden Ladies singen bleibt – natürlich! – offen. Mit dem  Marianne Racine Quartet (Daniel Baschnagel trp, Marianne Racine-Granvik voc/p, Patrick Sommer b, Pius Baschnagel dr), und Lea Maria Fries. Das Ensemble spielt nach Ansage Standards, schwedische Songs und Eigenkompositionen aus dem Sångbook.

Forelle, Erlkönig & das Mädchen

ES GIBT NOCH GENÜGEND TICKETS AN DER ABENDKASSE. Ozeangleich ist das Repertoire der Gattung Streichquartett. Ein Ensemble vom kunstlerischen Rang des casalQuartetts lotet dessen emotionale Tiefen aus, lässt facettenreich erschimmern, wo Worte nicht hinreichen. Soeben mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik geehrt, hat cQ sich «zu einer der wohl besten Formationen im deutschsprachigen Raum entwickelt» (klassik-heute.com). Schuberts Musik: intim beseelt, erschütternd, kontrastreich, überirdisch schön, transzendent. Am Wiener Himmelpfortgrund beginnt 1797 ein Leben, das aus heutiger Sicht trostlos sich darstellt und – meist von materieller Sorge umgetrieben – nach 31 Jahren endet. «Ich bin für nichts als das Komponieren auf die Welt gekommen.» Seine Lieder schreibt er als Selbst-Entäusserungen, eine Art Tagebuch, Alpha und Omega seines Schaffens: 1815 Erlkönig (als sein erstes gedrucktes Werk trägt es die Opuszahl 1), 1817 Die Forelle und Der Tod und das Mädchen (vor genau 200 Jahren).– Schubert, der Liederfürst, komponiert ca. 600 klavierbegleitete Vokalstücke. Später greift er auf die zurück, die ihm keine Ruhe lassen, indem er sie auffächert, arrangiert, erweitert,– zu den bedeutendsten Kammermusikwerken der Romantik: 1819 entsteht das sogenannte Forellenquintett, 1824 das Streichquartett Der Tod und das Mädchen. In beiden Stücken legt Schubert den langsamen Variations-Sätzen die titelgebenden Lieder als Thema zugrunde, sie bleiben – nun ohne Worte – deren Wesenskern. Als Grundstimmung umwehen sie bestimmend die Atmosphäre,– auch der anderen Sätze: Der Tod und das Mädchen zwingt seine Hörer auf Casal-Quartett, F. Froschhammer Violine. M. Fleck Viola. R. Späth Violine. A.Fleck Violoncello eine Strasse, «die noch keiner ging zurück»; und die Forelle wirft auf das ganze Quintett ein heiter-ironisches Zwielicht. Schubertiade im Helferei-Festival und ein Grüppchen internationaler KünstlerInnen trifft sich: zum casalQuartett gesellen sich MusikerInnen aus der Schweiz, Korea, Bulgarien und Montenegro. Der Exot des Abends: H.W. Ernsts (schier unspielbare) Erlkönig-Caprice für Solo-Violine mit der jungen Geigerin Elea Nick. Programm: Werke von Franz Schubert (1797-1828) – Lied: Die Forelle D550 – Quintett in A-Dur D 667 „Forellenquintett“ – Lied: Erlkönig D 328 / Heinrich Wilhelm Ernst (1812-1865) – Grand Caprice op. 26 sur le Roi des Aulnes für Violine solo / Franz Schubert – Lied: Der Tod und das Mädchen D531 – Streichquartett in d-moll D810 „Der Tod und das Mädchen“. Mit dem Casal-Quartett, Seung-Yeun Huh, Stefan Tönz, Martina A. Kalt, Chiara Enderle, Zoran Markovic, Elea Nick, Yves Brühwiler, Lora Vakova

The Entertainer im Herbst

Gibt’s im Bereich der Musik ein «America first»? Warum sind die Kultur-Exportüberschüsse aus den USA so immens?– Scott Joplin steht an der historischen Weiche: Während im Alten Europa Schönberg und die Seinen dafür sorgen, dass die Klassische Musik sich in ihren Nur-für-Kenner-Elfenbeinturm zurückzieht (um von dort aus nur noch ganz wenige zu erreichen), beginnt Ragtime wirkungsmächtig die Nachkommen zu beeinflussen. Ragtime und Jazz sind die erste musikalische Auflehnung der Afroamerikaner gegen das europäische Zeitgefühl. Scott Joplin ist der Pionier: Er spielt Marschmusik, verändert den Rhythmus aber so, dass das Marschieren ins Stolpern kommt; ein Saboteur des schnurstracks geführten Viervierteltaktes; Knüppel zwischen marschierende Beine.– Wenn Lady Gaga heute weltweit gar nicht mehr als «amerikanisch» wahrgenommen wird – da sie überall Alltag ist, dazugehört wie Apple und iPod –, hat dies mit dem Entertainer zu tun, der eine Kultur der Jungen begründete.– MKZ-Dozenten und -SchülerInnen spielen diese für Sie. Programm: Scott Jopin (1868-1917) – Entertainer & Ragtime(s) / Aaron Copland (1900-1990) – The cat and the mouse, Scherzo humoristique / George Gershwin (1898-1937) – Do it Again, I got Rhythm / George Crumb (*1929) – Five Pieces for piano (1962): Quasi improvvisando; Rovido. Molto Energetico / Samuel Barber (1910-1981) – Adagio for Strings / Leroy Anderson (1908-1975) – Fiddle-Faddle & Typewriter / Aaron Copland (1900-1990) – Appalachian Spring / Scott Jopin (1868-1917) – Magnetic Rag für Solo-Posaune und Streicher (arr.: J.G. Mortimer) / Leonard Bernstein (1918-1990) – Fanfare für Bima, Trompete, Horn, Posaune, Tuba – Dance Suite für Blechbläserquintett / Jazz-Band b sharp plays Modern Jazz. Mit Barbara Bolliger, Kyeongha Park, Jonas Kreienbühl, Arta Arnicane, Alexander Zimoglyadov, David Bruchez-Lalli, Jazz-Band b sharp, Alexander Sahatçi,Alba Shkreli, Javelyn Kryeziu, Romy Unseld, Stringendo Festival Orchester

Verliebt i Züri

TICKETS GIBT ES AN DER ABENDKASSE. Das Klassik-Festival in Mitten von Zürich stellt Zürich in die Mitte seines Auftaktkonzerts: Verliebt i Züri ist der Titel des 2004 erschienen Albums und es ist eine musikalische Hommage an die Limmatstadt. Im Pedalo ums Bouschänzli vertont der Zürcher Komponist Fabian Müller, dass dem Element Wasser hier besondere Bedeutung zukommt; den Hausberg würdigt er humorvoll mit seinem Tango ufm Üetliberg; und auf die süssen Versuchungen, die den Gast in der traditionellen Cafe-Conditorei in der malerischen Altstadt erwarten, spielt er in Z’Morge im Schober an. So sehr Zürich alle Merkmale des Typisch-Städtischen aufweist – mit historischem Kern, modern-urbanen Bezirken, der luxuriösesten Shopping-Meile der Welt, kulturellen Highlights und kulinarisch-ausgezeichneten Adressen –, so sehr wird es doch auch geprägt durch die einmalige Natur seiner nahen Umgebung. Wenn der Föhn die Alpen überm Zürichsee noch näher rückt (als sie tatsächlich eh sind), dann wird deutlich, warum das neueste Werk Fabian Müllers ein Klingendes Herbarium geworden ist. Der Städter in ihm macht einen Ausflug in Feld, Wald und Wiese und erneuert in der anstehenden Uraufführung die Zusammenarbeit mit dem Schweizer Oktett. Wer wüsste über die «kleinste Weltstadt» besser Geschichten zu erzählen als Markus Notter, der immer auch als Kolumnist oder zur Conférence bei Grossanlässen unterhaltend tätig war?– Harlekin sagt – in Müllers gleichnamigem Klarinetten-Quintett – «Bühne frei!» für die Musikwoche 2017. Programm: Fabian Müller (*1964) – Harlekin Fantasie für Klarinette und Streichquartett – Klingendes Herbarium für Oktett (Uraufführung) – Verliebt i Züri: Z’Züri dehei – Z’Morge im Kafi Schober – Im Pedalo ums Bouschänzli – Tango ufm Üetliberg – D Spanisch Brötlibahn. Markus Notter erzählt Züri-Geschichten und führt durch den Abend. Mit Markus Notter (Moderation), Schweizer Oktett und dem Ars Zeta Quartett. Komponist: Fabian Müller.

Barocco, quasi improvvisato

Lieben Sie Barockmusik, Vivaldi und Bach? Und: Schätzen Sie es, wenn Konzerte «lebendig» gestaltet werden?– Bis vor kurzem glich das gängige Format vielerorts ja noch der Einbahnstrasse: die «da vorne» spielten, sangen, machten – verschanzt hinter ihre Pulte und ihre Ernsthaftigkeit – kommentarlos «was» in Richtung des schweigend-konsumierenden Publikums, das sich erst ganz am Ende der Veranstaltungen mit Applaus einbringen durfte. Wer’s gerne lebendiger hatte, ging in den Jazz-Keller zur Jam-Session.– Wenn die Bühnenkante als unsichtbare Trennlinie heute zuweilen ihre separierende Kraft verliert, ist dies Künstlern wie Rudolf Lutz zu danken. Interaktive Konzerte brauchen das Talent der Improvisation: aus dem Stegreif spontan-kreativ auf die Situation zu reagieren. Verbal und musikalisch.– Die Rolle des General-bass-Spielers ist eine Ähnliche, im Idealfall wird sie aus dem Moment heraus ausgeführt: dem Cembalist liegt nur ein «bezifferter Bass» vor (der die Töne für die linke Hand angibt).– Alles was Rudolf Lutz vorführt, ist «quasi improvvisando», erfordert Mut und Offenheit und ungeheure Geistesgegenwart. Er macht dieses Barock-Konzert zu einem wirklich lebendigen Erlebnis. Programm: Antonio Vivaldi (1678-1741) – Konzert in h-moll RV 580 für 4 Violinen / Johann Sebastian Bach (1685-1750) – Partita in E-Dur BWV 1006 für Violine Solo / Egène Ysaye (1858-1931) – Sonate in a-moll opus 27/2 für Violine solo / Johann Sebastian Bach (1685-1750) – Konzert in a-moll BWV 1041 / Rudolf Lutz (*1951) – Konzert-Allegro in e-moll / Johann Heinrich Schmelzer (1623-1680) – Lamento sopra la morte Ferdinand III / Johann Sebastian Bach (1685-1750) – Drittes Brandenburgisches Konzert in G-Dur BWV 1048 / ausserdem: Rudolf Lutz improvisiert am Cembalo nach Ansage. Mit Rudolf Lutz, Leila Schayegh und dem Festival-Orchester Stringendo.

Opern-Gala: die schönsten Arien

DIESES KONZERT IST AUSVERKAUFT. EINIGE WENIGE RESTKARTEN GIBT ES AN DER ABENDKASSE. Lernen Sie eine Schweizer Opernsängerin von beeindruckender Ausdruckskraft kennen! Mit ihrer modulationsreichen, schönen Stimme hat Maria Riccarda Wesseling schon das Publikum an der Pariser Oper, am Teatro Real in Madrid, der Staatsoper Berlin, den Opernhäusern von Frankfurt, Stuttgart, Lyon, Brüssel und New York in Rollen wie Carmen, Iphigenie, Orpheus, Marguerite und Belle Hélène begeistert. In der letzten Spielzeit verhalf sie in der Hauptrolle der Sängerin Anna Sutter der Uraufführung von David Philipp Heftis Oper «Annas Maske» am Theater St. Gallen zu einem grandiosen Erfolg. Allerorts rühmen die Kritiker die ausserordentliche Intensität ihrer Bühnenpräsenz.– Im Programm dieser Gala finden sich einige der schönsten Arien, die Komponisten wie Händel, Gluck, Mozart, Rossini, Bellini und Massenet für Mezzosopran geschrieben haben. So bewegt sich der Abend in Highlights entlang der Operngeschichte, die zu jeder Zeit ihre Lieblingsschauplätze hatte: in den Theatern von London, Napoli, Wien und Paris machte die Entourage der Bühnenmusiker mit bedeutenden Uraufführungen Halt; Kristallisationsorte entstanden in Synergie zwischen einem begeisterungsfähigen Publikum, herausragenden Tonschöpfern und – nicht zuletzt! – grossen Diven und Heldentenören. Neben den Allzeit-Kultur-Metropolen verdient Napoli hierbei besondere Erwähnung: um die 1820er Jahre schien ein besonderer Genius loci das Teatro San Carlo zu umwehen, Donizetti, Rossini und Bellini schufen hier unvergängliche Werke. Gerade dem jungverstorbenen Bellini gehört die ausgesprochene Liebe der Italiener: «Arie lunghe lunghe lunghe» sagte Verdi über dessen Opern, und meinte damit La Belleza dieser unendlichen Gesangsphrasen, den melancholischen Schmelz seiner Kantilenen. Ein berührendes Beispiel aus seiner ersten Oper «Adelson e Salvini» ist die Arie «Dopo l´oscuro nembo».– Maria Ricarda Wesseling wird vom jungen Orchester Stringendo begleitet. Jens Lohmann, der Gründer und Inspirator des Orchesters, dirigiert. Die ungewöhnliche musikalische Begegnung wird von Ulrich Peter, dem langjährigen Leiter des Internationalen Opernstudios am Opernhaus Zürich, moderiert. Programm: Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) – Zauberflöte: Ouvertüre / Georg F. Händel (1685-1759) – Xerxes: „Ombra mai fu“ – „Frondi di tenere“ / Vincenzo Bellini (1801-1835) – Beatrice di Tenda: Ouverture – Adelson e Salvini: „Dopo l’oscuro nembo“ / Gioachini Rossini (1792-1868) – Barbiere di Siviglia: Ouverture und „Una voce poco fa“ / Christoph W. Gluck (1714-1787) – Orphée et Erydice: „Tanz der Furien“ – „J’ai perdu mon Eurydice“ / Jules Massenet (1842-1912) – Werther: „Va! Laisse couler mes larmes“ – Thaïs: Méditation. Mit Maria Riccarda Wesseling und dem Stringendo Festival-Orchester unter der Leitung von Jens Lohmann. Moderation: Ulrich Peter.

Konzerte 2016

Barocker Herbst: Folia und Co.

Corelli steht im Zenit seines Ruhms, ein über die Grenzen Italiens hinaus bekannter Maestro. Für die Veröffentlichung seiner 12 Sonaten op. 5 wählt er den 1. Januar 1700,- ein Datum als Geste: Musik für die neue Zeit. Die zwölfte Sonate La Folia ist eines der meistgespielten barocken Werke. Zwei Concerti erweitern den Ausblick aufs 18. Jahrhundert, das in f-moll für Cembalo von Bach Vater (Solo: V.J. Frey) und das für Cello in A-Dur von Bach-Sohn C.P. Emanuel (Solo: Q. Viersen). Mit Emanuele Forni, Vital Julian Frey, Quirine Viersen, Stringendo Zürich, Leitung Jens Lohmann Eintrittspreise: CHF 45 / Studierende, Jugendliche & Kinder CHF 20 / Kinder in Begleitung eines Erwachsenen CHF 5.

Dada im Herbst

100 Jahre Dada, und seine Geburtsstätte, das Cabaret Voltaire, liegt von der Helferei aus: um die Ecke. Hugo Ball „erfand“ die Bewegung, die sich seither erfolgreich der Identifikation verweigert. Die Dadaisten: Grenzgänger zwischen Musik, Sprache und Theater. Die damals neue Form: das Lautgedicht („jolifanto bambla ô falli bambla, grossiga m’pfa habla horem, égiga goramen, higo bloiko russula huju, hollaka hollala, anlogo bung…“).- Heutiger Gast: das Dada-Ensemble Exvoco. Mit dem Dada-Ensemble ExVoco (Angelika Meyer, Frank Wörner, Ewald Liska, Urs Liska) unter der Leitung von Ewald Liska und mit Tobias Staub Eintrittspreise: CHF 45 / Studierende, Jugendliche & Kinder CHF 20 / Kinder in Begleitung eines Erwachsenen CHF 5.

Mozart und Brahms im Herbst

Das Festival berührt in den Kammermusikakademien seinen Wesenskern, die Begegnungen von Heute und Morgen: jährlich fördern sie den musischen Austausch zwischen international bekannten KünstlerInnen (Hanna Weinmeister, Quirine Viersen) und den vielversprechendsten StudentInnen der ZHdK-Meisterklassen.- Die NZZ lobte 2015 die Interpretation des Kopfsatzes von Brahms‘ Sextett op. 36 und „dass man gerne der Fortsetzung gelauscht hätte“. Sie folgt am heutigen Abend. Mit Karolina Errera, Julia Gartemann, Paul Handschke, Lucija Kriselj, Quirine Viersen, Hanna Weinmeister, Simon Wiener Eintrittspreise: CHF 45 / Studierende, Jugendliche & Kinder CHF 20 / Kinder in Begleitung eines Erwachsenen CHF 5. Aus technischen Gründen sind online-Reservationen heute (22.9.) nur bis 15 Uhr möglich. Es gibt noch genügend Tickets an der Abendkasse.

Spanischer Herbst

Das Konzert mit spanischer Musik verspricht iberisches Temperament, südländische Rhythmen, Gitarrenmusik, Flamenco. Und es „erzählt“ von spanischen Gärten: Der Königspalast Aranjuez sowie Andalusiens Alhambra und Generalife sind von diesen ebenso umzaubert wie die poetischen Tondichtungen von Joaquín Rodrigo und Manuel de Falla; Concierto de Aranjuez und die Noches en los jardines de españa (1916 uraufgeführt) zählen zu den populärsten Werken ihrer Epoche. Mit Joan Bernat, Oswin Carruido, Vital Julian Frey & Yi-Chen Lin, Alicia Lopez, Vojin Kocic, Matthias Roelcke, Julia Schuller, Salomo Schweizer, Kristine Sutidze, Nicolas Vidoni, Sara Vicente und Stringendo 14. Eintrittspreise: CHF 45 / Studierende, Jugendliche & Kinder CHF 20 / Kinder in Begleitung eines Erwachsenen CHF 5.

Herbstlicher Divan Wien-Eriwan

Goethes Vision von einem west-östlichen Divan ist 200 Jahre jung und aktueller denn je: die Gedichtesammlung schwärmt von einer kulturellen Gesinnungsgemeinschaft zwischen Orient und Okzident.- Wien, historischer Schmelztiegel von Einflüssen aus Ost und West, entsendet als Vertreter Mozarts Bläser-Concertante KV 297b und R. Strauss‘ Duett-Concertino, David Haladjian – in der Schweiz lebender, armenischer Komponist – sein Violinkonzert zu dessen Uraufführung. Mit Ivo Gass, David Haladjian (Komposition), Matthias Racz, Moritz Roelcke, Salomo Schweizer, Chouchane Sinarossian und Stringendo14 Eintrittspreise: CHF 45 / Studierende, Jugendliche & Kinder CHF 20 / Kinder in Begleitung eines Erwachsenen CHF 5. Aus technischen Gründen sind online-Reservationen heute (19.9) ab 15 Uhr nicht mehr möglich. Bitte nutzen Sie die Abendkasse – es gibt noch genügend Karten!

Klezmer Kings im Herbst

2014 brachte der international arrivierte Klarinettist David Orlowsky ein Klezmeralbum mit 15 traditionellen Liedern bei Sony heraus. Titel wie Papirosn oder Nifty’s Freilach waren bereits Evergreens; und was zunächst nach einer musikalischen Nostalgie-Pflichtübung aussah, entpuppte sich binnen Kurzem als durchschlagender Erfolg: Orlowskys Album Klezmer Kings wurde für die herzergreifend schöne, grossartig gespielte Musik 2015 mit dem ECHO Klassik ausgezeichnet. Mit dem Orlowsky Trio und Stringendo4Kids. Eintrittspreise: CHF 45 / Studierende, Jugendliche & Kinder CHF 20 / Kinder in Begleitung eines Erwachsenen CHF 5.

Shakespeare im Herbst

„Britannien, du hast Einen vorzuzeigen, dem alle Bühnen Verehrung schulden. Er war nicht eines Zeitalters, sondern für alle Zeiten!“ Das Todesjahr des Dichterfürsten jährt sich zum 400sten Mal, und die Welt gedenkt seiner. Shakespeare inspirierte durch seine gewaltigen Verse alle Nachgeborenen, nicht zuletzt die Romantiker: Mendelssohn vertonte den Sommernachtstraum, Tschaikovsky Romeo und Julia.- Das Konzert gestalten Schweizer Oktett sowie Lehrer und Schüler von MKZ. Mit Phyllis Barth, Stephan Eberhard, Giulia Goldammer, Alba Shkreli, Martin Wigger, SchülerInnen der MKZ und dem Schweizer Oktett. Eintrittspreise: CHF 45 / Studierende, Jugendliche & Kinder CHF 20 / Kinder in Begleitung eines Erwachsenen CHF 5.

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